Oliver Glasner ist heute einer der profiliertesten österreichischen Fußballtrainer seiner Generation. Seine Karriere als Coach zeichnet sich durch konsequentes Wachstum, taktische Klarheit und überraschende Erfolge auf verschiedenen Ebenen des Fußballs in Europa aus. In diesem Artikel werfen wir einen genauen Blick auf seine bisherigen Trainerstationen, wie er sich entwickelt hat und welche Erfolge ihn zu einem begehrten Mann an der Seitenlinie gemacht haben.
Vom Spieler zum Trainer – Ein natürlicher Übergang
Bevor Oliver Glasner seine Laufbahn als Trainer begann, war er selbst ein professioneller Fußballspieler. Er verbrachte nahezu seine gesamte aktive Karriere als Innenverteidiger bei SV Ried in Österreich, wo er auch zwei Mal den österreichischen Cup gewann. Dieses lange Engagement mit einem Verein prägte seine Verbundenheit mit dem Fußball und auch sein späteres Verständnis vom Team‑Gedanken.
Nach dem Ende seiner aktiven Laufbahn arbeitete Glasner zunächst in der sportlichen Leitung, bevor er im Red Bull Salzburg‑Umfeld als Assistent in der ersten Mannschaft arbeitete – ein wichtiger Schritt für seine Entwicklung als Trainer.
SV Ried – Das erste große Sprungbrett
Seine erste Station als Cheftrainer war der SV Ried, der Verein, bei dem er zuvor als Spieler viele Jahre aktiv gewesen war. Die Saison bei Ried war für Glasner mehr als ein Job: Es war die Gelegenheit, seine ersten Ideen über Spielgestaltung und Mannschaftsführung umzusetzen. Obwohl seine Zeit dort nur eine Saison dauerte, zeigte er früh, dass er klare taktische Vorstellungen und Führungsqualitäten besitzt.
Diese erste Station war entscheidend, weil sie Glasner einen vollständigen Einblick in die Anforderungen an einen Cheftrainer gab und ihn auf größere Aufgaben vorbereitete.
LASK Linz – Formative Jahre und Aufstieg
Nach einer Saison bei Ried übernahm Glasner im Sommer 2015 das Traineramt bei LASK Linz. Diese Station sollte seine bisher prägendste Zeit im österreichischen Fußball werden. Unter seiner Leitung entwickelte sich der Klub formbar und konkurrenzfähig. Die größten Meilensteine bei LASK:
● 2016/17 – Aufstieg in die Bundesliga: LASK kehrte unter Glasner in die höchste Liga zurück.
● Europa‑League‑Qualifikation: In seiner letzten Saison erreichte der Verein eine Platzierung, die ihm eine Teilnahme am europäischen Wettbewerb ermöglichte – etwas, das der Klub seit Jahrzehnten nicht geschafft hatte.
Glasners Zeit bei LASK zeigt einen charakteristischen Prozess: Er baute eine Mannschaft mit Teamgeist, Struktur und taktischer Disziplin auf, die weit über ihre Erwartungen hinaus wuchs. Hier formte sich sein Ruf als durchdachter und langfristig denkender Coach, der nicht nur Ergebnisse, sondern eine Spielidee etablieren kann.
VfL Wolfsburg – Erste Schritte im internationalen Top‑Fußball
Der nächste große Schritt war für Glasner der Wechsel ins Ausland. Im Sommer 2019 übernahm er das Traineramt beim deutschen Bundesligisten VfL Wolfsburg. Dies war sein erster Job außerhalb Österreichs und brachte neue Herausforderungen mit sich: höhere Erwartungen, ein intensiver Ligabetrieb und größere Konkurrenz.
Bei Wolfsburg gelang Glasner Folgendes:
● Europa League‑Qualifikation: Schon in seiner ersten Saison schaffte er die Qualifikation für den europäischen Wettbewerb, ein wichtiges Zeichen für die Leistungsfähigkeit seiner Teams.
● Champions‑League‑Platzierung: In seiner zweiten Saison beendete Wolfsburg die Bundesliga auf einem Platz, der zum Einzug in die Königsklasse berechtigte – ein enormer Erfolg für einen Verein, der zuvor keine große europäische Tradition hatte.
Trotz dieser sportlichen Erfolge endete sein Engagement bei Wolfsburg aufgrund von interner Unstimmigkeiten und Herausforderungen im Zusammenspiel mit der Leitungsebene, was ihm zugleich wichtige Lektionen über Kommunikation und Teamführung gab.
Eintracht Frankfurt – Der große Durchbruch
Nach seiner Zeit in Wolfsburg folgte der vielleicht wichtigste Karriereschritt bislang: Glasner wurde Cheftrainer bei Eintracht Frankfurt in der Bundesliga. Diese Station brachte ihm Aufmerksamkeit auf der größten europäischen Fußballbühne.
Mit Frankfurt erreichte Glasner eine der bedeutendsten Leistungen seiner Trainerkarriere:
● UEFA Europa League‑Sieg 2022: Glasner führte die Mannschaft sensationell zum Europapokalsieg, indem sie im Finale im Elfmeterschießen Rangers FC bezwang. Dies war einer der größten Triumphe in der Geschichte des Vereins.
● Internationale Wettbewerbe: Mit Frankfurt spielte er auch in der Champions League und erreichte das Finale des DFB‑Pokals.
Dieser Erfolg markierte für Glasner einen Wendepunkt – von einem respektierten Trainer in Österreich und Deutschland zu einem international anerkannten Coach, der mit seiner Spielidee nicht nur national, sondern auch auf europäischer Ebene triumphieren konnte.
Crystal Palace – Neue Herausforderung in der Premier League
Im Februar **2024 wechselte Oliver Glasner in die Premier League, wo er als Cheftrainer bei Crystal Palace antrat – einem Klub mit großer Tradition, aber ohne nennenswerte Titelhistorie. Seine Mission war klar: Die Mannschaft stabilisieren und sie in der stärksten Liga der Welt konkurrenzfähig machen.
Bereits in seinen ersten Monaten hinterließ Glasner deutliche Spuren:
● FA Cup‑Sieg 2025: Crystal Palace gewann zum ersten Mal in seiner mehr als 120‑jährigen Vereinsgeschichte den englischen FA Cup, ein historischer Erfolg für den Klub.
● Community Shield‑Triumph 2025: Kurz darauf sicherte sich Palace auch den FA Community Shield – ein weiterer bedeutender Titel.
Diese Erfolge zeigen, wie Glasner auch in einer völlig neuen Umgebung rasch Vertrauen, Struktur und Selbstbewusstsein in sein Team bringen kann. Seine Kombination aus defensiver Stabilität und präzisen Angriffsmomenten hat Palace zu einer Mannschaft gemacht, die mehr erreicht, als vor seiner Ankunft erwartet wurde.
Was zeichnet Glasners Trainerstil aus?
Ein Blick auf Glasners Karriere zeigt, dass seine Teams oft für folgende Qualitäten stehen:
● Defensivorganisation: Seine Mannschaften sind gut strukturiert und schwer zu durchbrechen, was sie in engen Situationen konkurrenzfähig macht.
● Taktische Klarheit: Glasner bevorzugt klare Abläufe und eine strukturierte Spielweise – oft mit einer Formation wie dem 3‑4‑2‑1, die Balance zwischen Kompaktheit und Offensivspiel schafft.
● Spielerentwicklung: Viele seiner Teams zeigen im Laufe seiner Amtszeit eine stetige Leistungssteigerung, sowohl individuell als auch kollektiv.
● Menschlicher Umgang: Spieler berichten in der Folgezeit, dass Glasner großen Wert auf Teamgeist, Vertrauen und Kommunikation legt – Aspekte, die oft den feinen Unterschied in engen Ligen ausmachen.
Sein Erfolg entsteht nicht allein aus taktischer Kompetenz, sondern auch aus empathischem und gleichzeitig anspruchsvollem Führungsstil, der eine positive, aber disziplinierte Atmosphäre schafft.
Zusammenfassung seiner Erfolge
Wenn man Glasners Trainerstationen und Erfolge zusammenführt, ergibt sich ein beeindruckendes Bild:
SV Ried: Einstieg als Cheftrainer nach aktiver Karriere.
LASK Linz: Aufstieg und Europa‑Qualifikation.
VfL Wolfsburg: Europa‑ und Champions‑League‑Teilnahmen.
Eintracht Frankfurt: UEFA Europa League‑Sieger und DFB‑Pokalfinalist.
Crystal Palace: FA Cup und Community Shield – historische Erfolge.
Jede Station hat Glasner neue Facetten seiner Arbeit gezeigt, und kontinuierlich hat er das Niveau seiner Teams gehoben, egal in welcher Liga oder welchem Umfeld er tätig war.
Blick nach vorne
Oliver Glasner hat bereits gezeigt, dass er nicht nur historische Meilensteine erreichen, sondern auch bestehende Strukturen nachhaltig verändern kann. Ob er seinen Weg in der Premier League weiterführt oder seine Karriere in einer anderen Topliga fortsetzt, bleibt offen – klar ist aber, dass seine Trainerarbeit weiter Aufmerksamkeit und Respekt verdient.

