Zoë Sedney ist eine der bemerkenswertesten jungen Athletinnen im europäischen Leichtathletik‑Zirkus – eine junge Niederländerin, die sich sowohl im Sprint als auch im Hürdenlauf einen Namen gemacht hat. Ihre Geschichte ist geprägt von Talent, harter Arbeit, Höhen und Tiefen und dem unerschütterlichen Glauben an sich selbst. Sie steht für die neue Generation von Sportlerinnen, die nicht nur auf der Bahn glänzen, sondern auch abseits davon als Vorbild dienen.
Frühe Schritte im Sport
Zoë Frederique Sedney wurde am 15. Dezember 2001 in Zoetermeer (Niederlande) geboren. Schon früh zeigte sich ihr Interesse an der Leichtathletik: Bereits im Alter von fünf Jahren trat sie dem örtlichen Sportverein bei und begann, sich systematisch im Sprint und später auch im Hürdenlauf zu verbessern.
In ihren ersten Jahren kombinierte Zoë Leichtathletik mit anderen Sportarten – unter anderem spielte sie Feldhockey –, doch mit etwa 15 Jahren entschied sie sich voll und ganz für die Leichtathletik. Diese Entscheidung zahlte sich schnell aus.
Erste internationale Erfolge als Jugendliche
Zoës internationale Karriere begann mit einem großen Knall. Bei den European Youth Summer Olympic Festival 2017 in Győr (Ungarn) gewann sie gleich zwei Goldmedaillen – einmal im 200‑Meter‑Sprint und einmal im 100‑Meter‑Hürdenlauf. Zusätzlich holte sie mit der niederländischen 4×100‑Meter‑Staffel Silber. Diese Leistungen katapultierten sie in den Fokus der europäischen Leichtathletikszene.
Auch im folgenden Jahr 2018 spielte Zoë eine bedeutende Rolle bei den U18‑Europameisterschaften, wo sie im 100‑Meter‑Hürdenlauf eine Silbermedaille gewann. Diese Ergebnisse zeigten schon früh, dass sie zu den vielseitigen Talenten ihrer Generation gehört.
Der Sprung zu den Senioren
Die Umstellung von der Junioren‑ zur Seniorenklasse ist für viele junge Athleten ein entscheidender Moment – und auch Zoë Sedney erlebte diese Herausforderung hautnah. Der Beginn ihrer Seniorenlaufbahn fiel zeitlich mit den Corona‑Jahren zusammen, doch sie nahm erfolgreich an der Halleneuropameisterschaft 2021 in Toruń (Polen) teil. Dort erreichte sie das Finale über 60 Meter Hürden und belegte den 7. Platz – ein starkes Ergebnis in ihrem ersten großen internationalen Wettbewerb auf diesem Niveau.
Im selben Jahr nahm sie außerdem an den Europäischen U23‑Meisterschaften in Tallinn teil und erzielte beim 100‑Meter‑Hürdenlauf den vierten Platz – nur knapp am Podium vorbei. Dieses Ergebnis spiegelte sowohl ihr Potenzial als auch die hohe Wettbewerbsdichte in der U23‑Kategorie wider.
Olympische Erfahrung in Tokio
Der große Traum vieler Athleten ist die Teilnahme an den Olympischen Spielen, und Zoë Sedney durfte sich diesen Traum 2021 erfüllen, als sie bei den Sommer‑Olympischen Spielen in Tokio an den Start ging. Sie ging im 100‑Meter‑Hürdenlauf an den Start, musste sich jedoch bereits in der Vorrunde geschlagen geben und verpasste den Einzug ins Halbfinale mit einer Zeit von 13,03 Sekunden. Diese Erfahrung – so enttäuschend sie im Moment gewesen sein mag – markierte einen wichtigen Meilenstein in ihrer Karriere und zeigte, dass sie bereit ist, auf der größten Bühne des Sports zu konkurrieren.
Erfolge und Herausforderungen 2022
Das Jahr 2022 war für Zoë Sedney ein bewegendes Jahr voller Höhepunkte und Rückschläge. Sie gewann mehrere Rennen bei der World Athletics Indoor Tour und holte sich den Titel der nationalen Hallenmeisterin über 60 Meter Hürden in den Niederlanden. Bei den Weltmeisterschaften in Belgrad (Serbien) erreichte sie sogar das Finale über 60 Meter Hürden und belegte dort den 6. Platz in einem stark besetzten Teilnehmerfeld.
Im Sommer 2022 startete sie auch bei der Leichtathletik‑WM 2022 in Eugene (USA) sowie bei den Europameisterschaften in München, wo sie sowohl im Hürdenlauf als auch in der Staffel antrat. Besonders in der 4×100‑Meter‑Staffel zeigte das niederländische Team mit Zoë und ihrer älteren Schwester Naomi Sedney): Sie belegten in München den 5. Platz – ein beachtliches Ergebnis im internationalen Vergleich.
Umorientierung auf neue Disziplinen
Nach mehreren Jahren mit Fokus auf Hürden entschied Zoë Sedney 2023, ihren sportlichen Schwerpunkt zu verschieben: Sie konzentrierte sich stärker auf den 400‑Meter‑Lauf. Dieser Schritt war mutig, denn er bedeutete, in einer gänzlich anderen Disziplin anzutreten – weg von der kurzen Hürden‑Explosion hin zu einer längeren, kraft- und ausdauerorientierten Strecke.
Bei den European U23 Championships 2023 in Espoo (Finnland) erzielte sie über 400 Meter eine beeindruckende persönliche Bestzeit von 52,02 Sekunden und belegte den 4. Platz – ein klarer Beweis dafür, dass sie auch über die längeren Distanzen zu den besten jungen Läuferinnen Europas gehört.
Persönliche Bestleistungen und Statistik
Zoë Sedneys persönliche Bestzeiten zeigen ihre enorme Vielseitigkeit:
100 Meter Hürden: 12,83 Sekunden – eine herausragende Leistung in dieser Disziplin.
100 Meter Sprint: 11,30 Sekunden.
200 Meter Sprint: 23,27 Sekunden.
400 Meter Lauf: 52,02 Sekunden.
60 Meter Hürden: 7,95 Sekunden (Hallenbestleistung).
Diese Zeitwerte spiegeln nicht nur ihre Schnelligkeit, sondern auch ihr enormes Entwicklungspotenzial wider – über mehrere Disziplinen hinweg.
Zoë Sedney als Persönlichkeit und Vorbild
Was Zoë Sedney besonders auszeichnet, ist nicht nur ihre sportliche Leistung, sondern auch ihre Persönlichkeit. Auf sozialen Plattformen teilt sie regelmäßig Eindrücke aus ihrem Alltag als Profi‑Athletin – von harten Trainingseinheiten bis zu Momenten der Erholung und Selbstreflexion. Diese Authentizität macht sie zu einer inspirierenden Figur, vor allem für junge Athletinnen und Athleten, die ihren Traum verfolgen, auf höchstem Niveau zu konkurrieren.
Als jüngere Schwester einer etablierten Sprint‑Athletin, Naomi Sedney, hat Zoë zudem ein sportliches Umfeld, das sie seit ihren frühen Tagen begleitet. Die Verbindung zwischen den beiden Schwestern ist nicht nur familiär, sondern auch sportlich stark: Sie haben mehrfach gemeinsam im Staffelteam der Niederlande gezeigt, dass sie nicht nur Individuen, sondern auch als Team erfolgreich sein können.
Zukunftsaussichten
Zoë Sedney steht noch ganz am Anfang ihrer sportlichen Karriere – und sie hat bereits viel erreicht. Mit ihren Erfolgen bei Jugend‑ und Juniorenwettbewerben, ihrer Olympia‑Erfahrung, internationalen Finalteilnahmen und einer beeindruckenden Vielseitigkeit über verschiedene Distanzen hat sie sich als feste Größe im niederländischen und europäischen Leichtathletik etabliert.
Die kommenden Jahre halten zahlreiche Herausforderungen und Chancen bereit – sei es bei Weltmeisterschaften, Europameisterschaften oder sogar bei den Olympischen Spielen. Eines ist sicher: Zoë Sedneys Weg ist geprägt von Entwicklung, Einsatz und dem stetigen Streben nach persönlicher Bestleistung.
Fazit
Zoë Sedneys Geschichte zeigt, wie Talent, Hingabe und mentale Stärke eine Athletin formen können, die nicht nur für persönliche Erfolge kämpft, sondern andere inspiriert. Sie hat bewiesen, dass sie in mehreren Disziplinen bestehen kann und besitzt die notwendige Reife, um sich weiter in der Weltelite zu etablieren. Ob als Sprinterin, Hürdenläuferin oder 400‑Meter‑Athletin – ihre Vielseitigkeit und ihr Charakter machen sie zu einer der spannendsten Athletinnen ihrer Generation.

